Das Internet macht es möglich: Von Musik und Videospielen bis hin zu Kinofilmen und Nachrichten stehen beinahe alle gesuchten Inhalte in Sekundenschnelle zur Verfügung. Obwohl sich hinter dem anonymen Mausklick oft monatelange Arbeit verbirgt, können sich nur wenige Nutzer mit dem Gedanken anfreunden für diese Leistung zu bezahlen. Mangelndes Selbstbewusstsein verschärft die Situation vieler Künstler weiter: In einem harten Unterbietungswettbewerb sehen sie sich gezwungen, in Vorleistung treten und Arbeiten billigst anbieten zu müssen – die Verhandlungsmacht liegt bei Nachfragern, die beinahe gewiss sein können, mindestens einen schwachen Anbieter zu finden.
Unternehmerische Kulturförderung, das Bekenntnis zur fairen Entlohnung und der Respekt vor geistigem Eigentum schaffender Künstler verhindern den Weg in eine Negativspirale. Auch die Bundesregierung setzt mit der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ein Zeichen, um die Situation der über eine Million Kreativen in Deutschland zu stärken: Auf Augenhöhe mit der Automobilindustrie soll das Bewusstsein einer Branche entstehen, die zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen und Kreativpotenziale traditioneller Industriezweige wecken kann.
Aber reichen die bisherigen wirtschafts- und kulturpolitischen Entscheidungen als Rahmenbedingungen aus? Welche Hoffnungen verbinden traditionelle Industrieunternehmen mit ihrer Kulturförderung? Können Kunst und Kultur gar Impulse für eine neue Form der Ökonomie setzen?
Es diskutieren: Andreas Bode, Jürgen Enninger, Mara Michel, Dr. Thomas Salmen, Dr. Thilo von Trott zu Solz
Moderation: Lars Heitmüller
21.00 – 22.00 Uhr